Das gilt besonders für Ausbilderinnen und Ausbilder. Wer junge Menschen in den Beruf begleitet, prägt nicht nur ihre fachliche Entwicklung, sondern auch, wie sie mit Belastungen umgehen und auf ihre eigene psychische Gesundheit achten. Entscheidend ist dabei, dass Ausbildende ihre Rolle als Vorbild bewusst leben. Wer selbst achtsam mit den eigenen Grenzen umgeht, Pausen respektiert und eine gesunde Work-Life-Balance vorlebt, sendet damit eine klare Botschaft. Authentizität spielt hier eine zentrale Rolle: Wer offen zugibt, auch einmal Fehler zu machen oder sich belastet zu fühlen, schafft Vertrauen und senkt die Hemmschwelle für ehrliche Gespräche im Team.

Ebenso wichtig ist eine offene, wertschätzende Kommunikation. Auszubildende brauchen einen sicheren Rahmen, in dem sie ohne Angst vor Stigmatisierung oder negativen Konsequenzen über Belastungen sprechen können. Gesprächsbereitschaft, ein offenes Ohr und zeitnahes, konstruktives Feedback helfen, Unsicherheiten zu reduzieren und Orientierung zu geben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das frühzeitige Erkennen von Warnsignalen. Veränderungen wie Rückzug, Reizbarkeit oder ein plötzlicher Leistungsabfall können Hinweise auf Belastungen sein. Hier sollten Ausbilderinnen und Ausbilder aufmerksam bleiben, das Gespräch suchen und, mit Fingerspitzengefühl, mögliche Hilfsangebote aufzeigen. Dabei gilt es, die Grenzen der eigenen Rolle zu respektieren und bei Bedarf an Fachpersonal zu verweisen.

Hilfsangebote sollten nicht nur vorhanden, sondern auch bekannt sein. Ob Betriebsarzt, Beratungsstellen oder digitale Unterstützungsangebote: Transparenz schafft Zugänglichkeit. Ergänzend können Workshops zu Stressmanagement, Resilienz oder Achtsamkeit wertvolle Impulse geben, um Auszubildende langfristig zu stärken.

Auch die Rahmenbedingungen im Ausbildungsalltag haben großen Einfluss auf die mentale Gesundheit. Klare Strukturen, erreichbare Ziele und regelmäßige Pausen geben Sicherheit und beugen Stress vor. Wo möglich, sollten Freiräume und Flexibilität geboten werden – sei es durch individuelle Lernmodelle oder die Möglichkeit, mitzugestalten. Das stärkt nicht nur die Autonomie, sondern auch das Verantwortungsgefühl der Auszubildenden.

Nicht zuletzt spielt die Teamdynamik eine wesentliche Rolle. Programme wie Azubi-Tandems oder Peer-Mentoring fördern Gemeinschaftsgefühl, soziale Bindungen und gegenseitige Unterstützung. Eine positive Fehlerkultur, in der Fehler als Lernchancen verstanden werden, hilft, Ängste abzubauen und Resilienz zu entwickeln.

Am Ende bedeutet „Mentale Gesundheit im Team beginnt bei dir“ für Ausbildende vor allem eines: Mit gutem Beispiel vorangehen, sensibel zuhören, frühzeitig handeln, Hilfe anbieten und Rahmenbedingungen schaffen, in denen Auszubildende wachsen können. Diese Haltung legt das Fundament für ein gesundes, leistungsfähiges Team – und damit für nachhaltigen Ausbildungserfolg.